Eingeschränkt

Da mein Laufrevier noch ziemlich unter Schnee liegt bin ich beim Laufen etwas eingeschränkt. Da ich momentan die Kinder am Morgen sowieso runter in die Schule im Tal bringe, dachte ich am Freitag vor einer Woche warum nicht mal eine Morgenrunde im Tal laufen. Eine flache, aber vor allem Schneefreie Runde um den Speicherseen sollte es werden.

Gegen Ende des Laufes konnte ich es aber nicht widerstehen. Statt auf dem Radweg wieder die gleiche Strecke retour zu laufen, bin ich auf einem mir noch unbekannten Weg abgebogen, theoretisch (und den Wegweisern nach) müsste ich dabei bei der Schule wieder ankommen. Nach einem ersten kurzen und steilen Anstieg stand ich auf einmal vor einem Haus und wusste nicht mehr wohin 🤔 Mithilfe des GPS am Handy habe ich den Pfad, der im Schnee versteckt war, aber ziemlich schnell gefunden. Bald stapfte ich tief im Schnee. Natürlich, da ich schneefrei laufen wollte, hatte ich die falschen Schuhe an und keine Gamaschen dabei… 🙄

Nochmals ein kurzer Check mit dem GPS. Der schneebedeckte Pfad sollte nicht allzu lang sein und danach würde ich wieder auf einer Straße rauskommen. Also weiter! Immer wieder bin ich fast bis zum Knie im Schnee eingesunken. Es war ein sehr rutschiger und harter, oberer Schneeschicht und darunter matschig weich – nicht ganz ungefährlich und dort zu laufen war ausgeschlossen. Mir taten die Schienbeine beim vorsichtigen Gehen schon weh, da ich jedes Mal als ich durch die Schneedecke durchgebrochen bin an die harte Kante ankam.

Nach etwa 500 Meter im Schnee war der Pfad aber auf einmal schneefrei und ich konnte wieder laufen. Herrlich! Das wäre doch eine perfekte Runde, wenn der Schnee später mal endgültig weg ist, dachte ich. Nochmals 500 m später wurde mir aber klar, dass ich diese Runde nie mehr laufen würde…

…auf der Straße rausgekommen und kurz vor dem nächsten Haus hörte ich sie schon bellen vor ich sie sah. Ich blieb sofort stehen und schaute woher das Bellen kam. Oberhalb von mir zwei große schwarze Hunde die kurz darauf direkt vor mir standen. Der eine laut bellend, der andere nicht, aber nur aus dem Grund, da er einen großen Fleischknochen im Maul hatte. Solche Angst habe ich schon lange nicht mehr gehabt… 😳Ich schaffte es gerade noch den Impuls zu widerstehen, einfach so schnell wie möglich davon zu laufen. Ich konzentrierte mich darauf ruhig zu Atmen und versuchte mich so ruhig wie möglich zu verhalten. Einfach langsam die Straße weiter zu gehen ohne dabei die Hunde in die Augen zu schauen oder die Hände irgendwie in die Luft zu heben. Mein Herz raste… 😰

Beim Haus angekommen sah ich eine Frau lächelnd durch dem Fenster schauen. Da ich sie ziemlich böse ansah und mit den Schultern zuckte um ihr zu signalisieren; „Was soll denn das?“ öffnete sie das Fenster. „Ach, die machen nichts.“ sagte sie. „den Knochen hat er vom Metzger weiter unten.“ Was ich da geantwortet habe, weiß ich nicht mehr, aber ich war stinksauer…  Von wegen, die machen nichts – sie haben mich halb zu Tode erschreckt!!! 😡

Am Dienstag letzte Woche wollte ich meine Hausrunde seit langem wieder mal ausprobieren. Es war ein Laufen wie auf rohe Eier, immer schön vorsichtig um nicht durch den Schnee durchzubrechen. Zum Glück ging es deutlich besser als im Tal, und auch wenn das vorsichtige Laufen anstrengen war, war es trotzdem eine sehr schöne Runde und ein gutes Gefühl wieder mal oben anzukommen! Ein erstes Frühlingszeichen fand ich auch am Wegrand.

Dann wieder eine Morgenrunde im Tal mit der Feststellung, dass oben in meinem Laufrevier nicht annährend so viele Hunde unterwegs sind, wie im Tal. Darüber bin ich sehr froh! Viele Besitzer sind zwar sehr rücksichtsvoll, lenken die Hunde mit Leckerlis von dem Läufer ab oder nehmen sie einfach an der Leine, andere sind weniger Rücksichtsvoll und manche Hunde laufen sogar Herrenlos umher.  Trotzdem weiche ich bei der aktuellen Schneesituation gerne mal für den einen oder anderen Morgenlauf im Tal aus – jetzt weiß ich wenigstens wo ich NICHT laufen soll.

Guten Morgen Welt!

Am Samstag war es aber dann herrlich warm, fast 12 °C und ich traute mich wieder in den Schnee. Es war zwar bewölkt, aber die Kraft der Sonne spürte man deutlich durch den Wolken. Dafür hatte ich ein nasser, sulziger Schnee, der für ordentlich Zusatztraining sorgte.

Heute das komplette Gegenteil – der Winter ist in den Bergen noch nicht vorbei! Neblig, Schneefall, Windig und kalt… 🌨❄🌨 trotzdem bin ich los, eine Runde um den See und dann auf die große Hausrunde. Richtig ungemütlich war es, der Schnee peitschte mir ins Gesicht und ich sah kaum wohin ich lief, alles war einfach nur weiß und kalt.

Nichtsdestotrotz, als ich zu Hause wieder ankam war ich sehr froh, die Runde gemacht zu haben und ich konnte mit Freude feststellen, dass sich meine Kondition langsam aber sicher wieder zurückmeldet. Wenn der Frühling auch bald kommen würde, wäre ich sehr froh! Ich denke, allzu lange dauert es nicht mehr, auch nicht in den Bergen… 🌞🌷🤗

Wo ein Wille ist…

Wie die Zeit vergeht, vor allem wenn man keine hat… 😜 In letzter Zeit fehlt mir die Zeit einfach für alles und da muss man eben Prioritäten setzen! Der erste Punkt auf meiner Liste, wenn alle „Muss“ (Arbeit, Haushalt, Termine, Kinder, Hausaufgaben…) geschafft ist, ist natürlich das Laufen. Im Oktober habe ich es leider nur mehr geschafft 2 Mal die Woche laufen zu gehen. Aber, wir wollen das Ganze ja positiv sehen – 2 Mal ist immerhin mehr als gar nichts und in den letzten drei Wochen sind sich immerhin wieder mal 3 Läufe pro Woche ausgegangen. Arbeitstechnisch ist zum Glück endlich Besserung in Sicht 🙏 denn jetzt kommt noch der Weihnachtsstress… 🎅 🤪 Wenn man die Zeitfenster gut nutzt, dann geht es und ein paar Läufe werde ich bestimmt immer wieder hineinquetschen können! Wo ein Wille ist… 😉

In den vergangenen zwei Monaten habe ich einige herrliche Läufe erlebt. Vor allem viele schöne Morgenläufe. Da meine bessere Hälfte immer noch im Krankenstand ist und die Kinder in die Schule schicken kann, wenn ich unter der Woche Abenddienst habe, habe ich sogar öfters unter der Woche ausschlafen können. Was für ein Luxus!! Gemütlich gegen 8:30 Uhr mit einer Tasse Kaffee und einem großen Glas Wasser wach werden und dann loslaufen. Einfach herrlich!! Und die Stimmung am Morgen ist oft unschlagbar 😍

Der schönste Morgenlauf im Oktober war der zur Alpila Alpe, nur ein paar Tage nach unserem schönen Familienabenteuer. Locker und leicht losgelaufen. Das ist was mir an den Läufen vor dem Frühstück so gefällt; das leichte unbeschwerte Gefühl! Die obligatorische Aufwärmrunde um den See habe ich an diesen Tag ausgelassen und bin gleich in den Wald hineingetaucht und bergauf gelaufen. Herrlicher Sonnenschein hat mich im goldenen Herbst begleitet, schöner kann es kaum noch werden.

Nach ca. 8 km und knapp 700 Hm an der Alpe angekommen hatte ich doch etwas Hunger 🤪 und habe meine Notproviant (ein kleiner Sack mit Mandeln und Rosinen) ausgepackt und gemütlich in der Sonne bei einer herrlichen Aussicht ein erstes „Frühstückchen“ genossen 😍 Als dann zwei E-Biker ihre Räder an der Hütte abstellten war es vorbei mit der Ruhe. Da war ich zum Glück schon fertig und nach einem freundlichen „Guten Morgen“ bin ich den direkten Weg wieder zurück nach Hause gelaufen.

Ein Highlight in den letzten zwei Monaten war auf jeden Fall der Lauf mit Doris am Bodensee. Eigentlich hatten wir ausgemacht, dass Doris zu mir in den Bergen kommt und wir eine schöne Herbstwanderung machen. Pünktlich zu diesem Wochenende, und zwar genau an diesem Samstag, an dem wir ausgemacht hatten war es kurzfristig vorbei mit dem goldenen Herbst. Es hatte dichter Nebel in den Berge, regnete wie aus Kübeln 💦 und war kalt. Also beschlossen wir das ganze umzudrehen, und ich fuhr zu Doris nach Bregenz. Auch hier regnete es zwar, aber nicht so stark wie in den Bergen und es war auch etwas wärmer. Wir machten einen sehr schönen Lauf am Bodensee entlang und haben dabei festgestellt, dass auch ich flach kann 😜 Nach 10 kurzweilige Kilometer haben wir uns in Doris Hotelzimmer umgezogen und sind gemütlich einen Kaffee trinken gegangen – ein herrlicher Vormittag! 😊

Noch ein schöner Lauf war der erste Schneelauf in dieser Saison, und zwar am Tag nach dem Treffen mit Doris. In den Bergen hatte es über Nacht so sehr abgekühlt, dass die Welt am nächsten Morgen herrlich weiß war und da musste ich natürlich raus. Der erste Schneelauf in der Saison ist immer was Besonderes. Alles ist ganz still, man hört nur das Knirschen der Schnee unter den Füßen. Ende Oktober muss ich aber noch kein Winter haben, und so war es auch gut, dass der Schnee nach wenigen Tagen wieder weg war 😉

Und so vergeht die Zeit. Mein Alternativtraining; Krafttraining und Rumpfstabi, ist in letzter Zeit ordentlich auf die Strecke geblieben (wie so vieles Andere). Für mich ist aber Bewegung draußen in der Natur an der frischen Luft das beste Mittel als Ausgleich und zur Stressbewältigung. Ich denke spätestens im Januar werde ich hoffentlich mehr Zeit auch für Alternativtraining haben. Wobei, ich sollte noch vor der Skisaison ein paar Ausfallschritte üben 🙄 die brauche ich ja dann beim Telemarken auf der Piste 😜 Aber die könnte ich ja zur Not auch beim Lauftraining integrieren.

Ich sage ja, wo ein Wille ist… 😉